01.02.2026«Drauf so sprach Herr Lehrer Lämpel: Dies ist wieder ein Exempel!»
Eine kleine Kritik der Pro-Plakat-Kampagne
von Robert Diener
Die Kampagne «Das Plakat, Stimme der Schweiz» liefert nette Argumente, warum Strassenplakate wertvoll sind: Sie subventionieren Kultur. Sie informieren. Sie dekorieren die Stadt. Die Sujets sind plakativ, witzig, hip, p(r)ovokativ.Aber es fehlt das eine, zentrale Argument gegen das Verbot. Weil sich das Komitee politisch nicht exponieren möchte? Der Elefant im Raum ist das
Verbot. Alles wird reguliert: Laubbläser, Taubenfütterung, Plakate. Die Motivation hinter dem Plakatverbot ist es, Menschen vor übermässigem Konsum zu schützen.
«Also lautet der Beschluss: dass der Mensch was lernen muss.»Wilhelm Buschs Lehrer Lämpel würde sich im heutigen Zürich pudelwohl fühlen. Pedantisch. Moralisch überlegen. Erzieherisch. Und naiv gegenüber der Realität.
Dass das Parlament der Limmatstadt kein besonders liberal-demokratisches Grundverständnis zeigt, überrascht nicht. Es bleibt die Hoffnung, dass der Zürcher Stadtrat den Menschen mehr Selbstbestimmung zutraut.
«Aber wehe, wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.» ![Lehrer Lämpel aus Max & Moritz]()